Die Kastanie im Meraner Land

Kastanien im Meraner LandUrsprünglich stammt die Esskastanie, auch Edelkastanie genannt, aus Südeuropa und Westasien. Begehrt ist sie vor allem natürlich wegen ihrer Frucht aber auch wegen ihres Holzes.

Den Namen hat die Kastanie von den Griechen erhalten, die den Baum nach der Stadt Kastana in Pontus, an der kleinasiatischen Küste des Schwarzen Meeres, benannten. Dort wurde der Kastanienbaum schon zu frühen Zeiten angepflanzt. Die Römer brachten die Frucht dann nach Europa und latinisierten die griechische Bezeichnung zu Castanea.

Nachdem die Kastanie sowohl als Nahrungsmittel als auch als Naturholz für wertvoll anerkannt wurde, wurde sie in klimatisch begünstigten Regionen kultiviert. In Krisenzeiten galt die Kastanie sogar als das „Brot der Armen“. Sie war nämlich sehr nahrhaft und konnte zu Mehl gemahlen werden und ließ sich auch über den Winter gut lagern.

Vielen europäischen Kulturlandschaften hat die Edelkastanie ihren Stempel aufgedrückt, so auch dem Etschtal. Vor allem rund um Lana, Tisens und Völlan gibt es wunderschöne alte Kastanienhaine. Gar mancher Bauer hat seinen eigenen Hain im Wald stehen. Und in Lana gibt es sogar einen eigens angelegten Kastanienerlebnisweg, entlang dessen die Besucher viel über diese Frucht erfahren können. Aber aufgepasst, spaziert man im Herbst einen Kastanienhain entlang, gilt nicht das Prinzip „Was auf dem Boden liegt darf man aufheben“. Denn ganz egal ob die Kastanien noch am Baum sind oder bereits am Boden liegen, sie gehören immer dem Besitzer des Grundstücks.

Im Herbst, zur Törggelezeit, werden sie geerntet. Und sie schmecken vorzüglich, vor allem wenn sie am offenen Feuer geröstet werden. Aber nicht nur: sie schmecken hervorragend auch als Füllung und Beilage für Gänse, Enten, Wildgeflügel, Puten und anderen herbstlichen Fleischgerichten oder auch als Kastanienpuree mit Eis oder Schlagsahne.

Im Meraner Land wird die Kastanie auch gebührend gefeiert, und zwar beim Keschtnriggl. Da laden dann zahlreiche Restaurants und Gasthöfe von Lana, Tisens, Prissian und Völlan ein zum Schlemmen und Genießen.

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