Törggelen in der Ferienregion Meran und Umgebung

Törggelen in der Ferienregion Meraner LandAlljährlich im Herbst bittet das sonnige Meraner Land große und kleine Feinschmecker zu Tisch. Dann werden Kastanien und Krapfen aufgetischt. Und natürlich darf der „neue“ Wein, im Volksmund der „Nuie“ genannt, nicht fehlen. Ihm haben wir schließlich die Tradition des Törggelen zu verdanken.

Der Jahrhunderte alte Begriff „Törggelen“ leitet sich von der so genannten „Torggl“ ab. Als Torggl bezeichneten die Bauern der Region die Weinpresse, mit welcher die Erntehelfer den Saft aus den Trauben pressten. Seinen etymologischen Ursprung findet das Wort demnach in der lateinischen Sprache: „torquere“ bedeutet so viel wie „pressen“.

Die Tradition des Törggelen

Nach getaner Arbeit wurde - wie konnte es auch anders sein – der neue Wein gekostet. Jeder, der zur Erntezeit dem Bauern im Weinberg helfend zur Hand ging, wurde zur großen Weinverkostung eingeladen. Dabei wurde nicht nur getrunken, auch mit deftigen lokalen Speisen wurde nicht gegeizt. Kraut und Knödel, dazu Hauswürste, Käse, würziger Speck und süße Krapfen erfreuten die Gaumen der Feiernden. Als krönenden Abschluss servierten die Köche gebratene Kastanien („Keschtn“). Dazu gab’s Butter als Aufstrich und frischen Most bzw. „Suser“.

Wein und Kastanien - Törggelen im Meraner LandTörggele-Menü in einem BuschenschankTörggelen mit Kastanien im Meraner Land

Das Törggelen heute

Während sich früher Bauern und Erntehelfer nach getaner Arbeit beim Törggelen vergnügten und fachsimpelten, sind es mittlerweile die Einheimischen und Gäste die das Törggelen für sich entdeckt haben. Dabei stehen heute, Jahrhunderte später, nicht mehr der fachkundige Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt, sondern vielmehr Genuss und Unterhaltung in geselliger Runde.

Ob in Meran oder in den für die Keschtnriggl“-Kastanientage bekannten Ortschaften Lana und Prissian, Tisens und Völlan: Im Herbst, genauer gesagt Ende September, Anfang Oktober, wenn die Ferienregion Meran und Umgebung in dunklem Rot und Gelb erstrahlt, öffnen die Buschenschänke und Törggele-Gasthöfe mit ihren urigen Kellern und Stuben die Tore. Dann ist die beste Zeit zum Törggelen angebrochen.

Herkunft des Begriffs „Buschenschank“

Übrigens: Die Bezeichnung Buschenschank - ob mit oder ohne Übernachtungsmöglichkeit - beschreibt seit dem Mittelalter Gastlokale und Wirtshäuser, in denen einzelne Speisen sowie reichhaltige Törggele-Menüs angeboten werden. Diesen durchaus eigenartigen Namen trugen besagte Gast- und Wirtshäuser deshalb, weil sie nicht das gesamte Jahr über geöffnet hatten, sondern nur im Herbst, während und nach der Weinlese. Um zu signalisieren, dass ein Buschenschank hungrige Gäste mit Wein und traditioneller Kost empfing, schmückten die Betreiber die Tür mit Wacholdersträußen, den so genannten „Buschen“.

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