Kirchlein St. Jakob in Grissian im Meraner Land

Kirchlein St. Jakob in GrissianAn einem alten Höhenweg, der einst Nord und Süd verband, liegt über dem Etschtal das Kirchlein St. Jakob in Grissian mit seinen wunderbaren romanischen Fresken. Schon seit grauer Vorzeit übt dieser magische Ort über dem Etschtal eine besondere Anziehungskraft auf den Menschen aus.

Wie ein sonniger Erker erhebt sich der Weiler Grissian über der Mittelgebirgsterrasse von Tisens. Haine mit Edelkastanien, alte Bauernhöfe, die charaktervolle Formation des Gantkofels und dieses kunstgeschichtliche Kleinod, das Kirchlein zum Hl. Jakob, sind die Besonderheiten von Grissian.

Das Kirchlein steht am höchsten Punkt des Weilers Grissian und ist ein magischer Ort, der bereits um 1142 entstand, als eine Station der im Mittelalter beliebten Pilgerfahrten nach Santiago de Compostela. Zur damaligen Zeit zogen hier uralte Wege vorbei, die den Meraner Talkessel mit dem Nonstal und dem Gardaseeraum verband.

Die noch heute erhaltene Weiheinschrift in der Apsis des Kirchleins erzählt, dass Bischof Hartmann von Brixen die Kirche geweiht hat. Fresken aus der Zeit um 1200, an denen auch der Einfluss der „Marienberger Malschule“ zu erkennen ist, schmücken den Triumphbogen und die drei Apsiden der romanischen Kirche. Im unteren Bereich des Triumphbogens werden die Opfergaben des Kain und Abel bildlich dargestellt, im oberen Bereich das Opfer Abrahams. Eindrucksvoll sind auch die weiteren Fresken, die auf das Jahr 1380 datiert werden: Zu sehen ist die Anbetung der Könige, das Leben des Heiligen Jakob sowie eine Szene aus der Kreuzigungsgeschichte. Sehenswert sind aber auch die gotischen Fresken an der Außenfassade und im Bildstock zu Füßen der Kirche. Der Turm wurde erst später, im 14. Jahrhundert hinzugefügt.

Eine Besonderheit am Rande: als Hintergrund bei den romanischen Fresken erkennt man die Dolomiten. Es handelt sich dabei angeblich um die erste Darstellung der Dolomiten überhaupt. Der Kirchhügel von St. Jakob in der Gemeinde Tisens in der Urlaubsregion Meraner Land ist nur zu Fuß erreichbar. Ein Teil des Weges ist als Besinnungsweg zu den Sieben Sakramenten gestaltet. So befinden sich am Wegesrand sieben Bildstöcke mit Glasmalereien des Künstlers Christoph Gabrieli.

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