Der Schnatterpeck-Altar in Lana

Schnatterpeck Altar in Lana in der Ferienregion Meraner LandLana im Meraner Land, die größte Apfelanbaugemeinde in Südtirol, hat auch kulturell allerhand zu bieten: den berühmten Schnatterpeck-Altar zum Beispiel in der Pfarrkirche von Niederlana, der zu den schönsten Werken der Südtiroler Spätgotik zählt.

Der prächtige, vergoldete Flügelaltar ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Entstanden ist der Altar zwischen 1503 und 1511. In 8-jähriger Arbeit wurde der Altar vom schwäbischen Bildhauer Hans Schnatterpeck und seinen Gesellen erschaffen. Der aus Landsberg am Lech stammende Maler war zur damaligen Zeit Inhaber der wohl renommiertesten Werkstatt in Meran. Nur so ist auch, der für die damalige Zeit außergewöhnlich große Auftrag zu erklären, zumal dieser Flügelaltar der teuerste gotische Flügelaltar ganz Tirols war.

Der Schnatterpeck Altar in der Pfarrkirche von Niederlana ist übrigens der einzige, der mit eindeutiger Sicherheit aus der Werkstatt Schnatterpecks stammt. Der Altar ist 14 Meter hoch und 7 Meter breit und damit der größte Flügelaltar des gesamten Alpenraums. Äußerst kostspielig war natürlich auch die aufwendige Vergoldung des Altars.

Das eindrucksvolle Kunstwerk besteht aus Kastanienholz und stellt mit 64 Statuen verschiedene biblische Szenen dar. In der Mitte des Altars findet sich eine seltene Darstellung des Gnadenstuhls, nämlich Gott Vater mit dem Leichnam Christi auf dem Schoß, flankiert von den Aposteln Petrus und Paulus. Teilweise sind die 35 Figuren des Altars bis zu 1,80 Meter groß und frei verstellbar.  Da der Großteil der Bevölkerung damals weder schreiben, noch lesen konnte, war eine plastische Darstellung der Bibelgeschichten umso wichtiger.
 
Bezahlt wurde der große Flügelaltar von der Bevölkerung selbst: Die etwa 800 Bewohner von Lana legten damals 1600 rheinische Gulden zusammen und acht Fuhren Wein um sicherzustellen, dass der Auftrag für diesen Flügelaltar auch angenommen wird. Als kleiner Vergleich: mit den Gulden hätte man leicht 3 Höfe kaufen können. Seit Jahrhunderten steht der vollständig erhaltene Flügelaltar am selben Ort - selbst in den Kriegszeiten wurde der Altar nie aus der Kirche entfernt.

Während der Fastenzeit, vom Aschermittwoch bis Ostern, wird der Schnatterpeck-Flügelaltar geschlossen. Zu sehen sind dann die gemalten Passionsbilder auf den Außenflügeln.

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